1. Mannschaft: (Teil-) Erfolg mit der Marburger Variante

Nach der Niederlage zum Saisonauftakt gegen die SF Essen-Katernberg musste die 1. Mannschaft am 2. Spieltag beim Bochumer SV 2 antreten. Man hatte es nicht nur mit einem stärkeren Gegner zu tun, sondern mit Martin Haag und Marko Perestjuk fehlten gleich zwei der ersten drei gemeldeten Spieler. Da auch die 2. Mannschaft parallel im Einsatz war, gestaltete sich die Spielersuche alles andere als einfach. Sehr erfreulich war daher die Zusage unseres Neumitgliedes Carsten Schirrmacher, der in Marburg beheimatet ist und mit Abstand die längste Anreise zu bewältigen hatte. Das gerade seine Partie den gesamten Mannschaftskampf prägen sollte, konnte anfangs niemand ahnen.

 

Ein Bericht von Basilius Gikas:

Ein weiterer historischer Moment für den SC Bonn/Beuel war der erstmalige Einsatz von Oliver Albrecht an Brett 1. Ein wenig überwältigt von der Verantwortung ging Oliver Albrecht kein Risiko ein und sein deutlich später erschienender Gegner Matthias Krämer bot aufgrund der verflachenden Stellung früh Remis an, das dankbar angenommen wurde.

Inspiriert vom frühen „Feierabend“ an Brett 1 wurde dadurch die Paarung an Brett 7 zwischen Basilius Gikas und Uwe Pewny und man kreierte eine dreifache Stellungswiederholung.

Aus Beueler Sicht wurden dadurch zwei Weißpartien frühzeitig Remis gegeben und als kurz danach Thilo Hoppe an Brett 3 nach einem missglückten Figurenopfer gegen Oleksandr Golinka aufgegeben musste, zogen die ersten dunklen Wolken auf. Doch die „Wolken“ verzogen sich auch wieder schnell denn an Brett 2 erwischte FM Peter Rechmann einen „Sahnetag “ und überrante seinen Gegner FM Sabir Huseynov mit taktischen Kombinationen zum 2 -2 Zwischenstand.

Zwei weitere Punkteteilungen gab es an Brett 5 von Stefan Dzierzenga und Brett 8 von Yannic Damm, deren Stellungen zwar beide optisch ein wenig besser aussahen aber letztendlich nicht zu gewinnen waren. Sehr kritisch sah dagegen die Stellung von Severin Paul Höfer an Brett 6 aus und die befürchtete Niederlage für uns Beueler ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Sein siegreicher Gegner Lars Jellinghaus fand dann in der  Analyse doch noch eine überraschende Rettungsaktion für Höfer.

Damit stand es 3 – 4 aus Beueler Sicht und wir kommen zur letzten Partie des Tages, die dann nochmal 90 Minuten lang zur Alleinunterhaltung wurde. Erst einmal die Ernüchterung: Es waren erst 20 Züge gespielt aber die Restbedenkzeit von Carsten Schirrmacher lag bei 90 Sekunden und er musste quasi vom Inkrement leben. Die Stellung war komplex und der Gegner mit IM Detlev Heinbuch ein erfahrener früherer Bundesligaspieler. Niemand von uns rechnete noch mit einem halbwegs positiven Ausgang des Mannschaftskampfes.

Doch nun schlug die Stunde des Carsten Schirrmacher. Erst einmal galt es die Zeitkontrolle und Stellung irgendwie zu überleben. Dabei riskierte Heinbuch ein wenig zuviel und verlor mit dem Erreichen der Zeitkontrolle einen Bauern. Auf einmal sah man wieder Licht oder wie es Peter Rechmann treffend formulierte „mit einem Mehrbauern und Läuferpaar muss man doch auf Gewinn stehen“ auch wenn es nicht so offensichtlich  war. Carsten Schirrmacher gab ihm Recht, fand den richtigen Moment sein Läuferpaar aufzugeben und sammelte mit seinem König weitere Bauern ein. Das viel umjubelte 4 – 4 war erreicht und unser Marburger Kollege der Held des Tages.

Jetzt hat man sich erst einmal vom letzten Platz gelöst und die nächsten schweren Aufgaben stehen bevor, vielleicht wieder mit Hilfe aus Marburg.

 

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